dot.tipp - Wie man Organisationen verändern kann? Mit Experimenten.

David Berger
21. April 2020

Wir müssen uns selbst ändern. Blabla. Wir haben das falsche Mindset. Blabla. Und so weiter. Typische Veränderungsvorhaben enden irgendwann im Bedauern übers "falsche" Mindset und über "falsche" Menschen. Richtiges Mindset und bessere Menschen anzustreben - das ist gut gemeint, aber hilft letztlich nicht. Wie man Organisationen wirklich verändert, zeigt dieser Blogbeitrag und jenseits von Mindset und besseren Menschen.

2018 mutmasste ich darüber, wie man mit modernen Formen der Zusammenarbeit in der Arbeitswelt schliesslich und in letzter Konsequenz auch die Gesellschaft verändern kann. Darin bot ich auch das Bild der drei Knoten: Haltung, Verhalten und Verhältnisse. Ich zweifle weiterhin daran, dass es möglich ist, einen besseren Menschen zu erschaffen, indem man ausschliesslich an der Haltung "arbeitet". 

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Überhaupt, was bedeutet an der "Haltung arbeiten"? Gehirnwäsche? Suggestionstechniken? Hypnose? Ich kann mir nichts darunter vorstellen - oder zumindest nichts, was ethisch oder moralisch angemessen wäre und nicht mit historischen Irrtümern verglichen werden muss. Stattdessen möchte ich viel lieber an den Verhältnissen arbeiten. Und es sind die Verhältnisse, welche das System nachhaltig prägen.

Mit Experimenten die Verhältnisse ändern

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Das Lean Change Management Vorgehen, um Verhältnisse zu reformieren, empfinde ich als hilfreicher und wertvoller als alles Getue über bessere Menschen und anderes Mindset. Kleinere Experimente können die Verhältnisse messbar verändern. Sie verändern Verhalten und verzögern schliesslich auch die Haltung. Mein Lieblingsexperiment ist, die Lohnliste versehentlich am Abteilungsdrucker zu vergessen. 

Ein anderes Experiment ist der Rollentausch. Der Führende tauscht für einige Tage den Job mit einem "normalen" Mitarbeitenden. Der Rollentausch kann das gemeinsame Verständnis maximieren. Auch ein kleiner Pilot einer echten Produktorganisation in einem von Projekten und Linien dominierten Restorganisation kann die Menschen in ihrem späteren Verhalten beeinflussen. 

Die Liste möglicher Experimente ist beinahe unendlich. Ein ebenfalls beliebtes Experiment ist, alle Sitzungen einer Organisation mit einer Connect-Übung mit allen Teilnehmenden oder einer klassischen Check-In-Technik zu starten. Auch das kann das Verhalten der Menschen nachhaltig verändern. 

All diese Experimente sind viel effektiver als das blosse Gerede über Mindset oder bessere Menschen. Denn das Fehlen von Mindset und besseren Menschen kann später das Scheitern einer Organisationsveränderung beglaubigen. Gewiss eine bequeme Ausrede, um den fehlenden Mut zu echten, und zwar die Verhältnisse ändernden Experimenten zu kompensieren. 

Mehr Experimente wagen

In diesem Sinne: Mehr Mut für Experimente, mehr handeln, statt bloss das unvollkommene Mindset oder die unvollkommenen Menschen zu bedauern. Und das funktioniert in allen Branchen. 

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