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dot.tipp - Causal Loop Diagramm für komplexe Retrospektiven

David Berger
21. August 2018

Klassische Retrospektiven auf Team-Ebene sind rasch und unkompliziert zu bewerkstelligen. Sobald man skaliert und/oder mit hoher Komplexität konfrontiert ist, empfiehlt sich eine Technik der Retrospektive, die angemessener und zweckdienlicher ist. In diesem Blog möchte ich das Causal Loop Diagramm als Technik der Retrospektive vorstellen.

Komplexe Retrospektiven

Wir haben unlängst unsere fünf Tipps für bessere Retrospektiven publiziert. Diese gelten. Sobald man aber beispielsweise in LeSS eine Overall Retrospective oder in SAFe einen Problem-Solving Workshop auf einem höheren Abstraktionslevel durchführen muss, sind die klassischen Methoden begrenzt. Denn sie sind zu linear.

Selbst die in SAFe empfohlene Root-Cause-Analysis mit Unterstützung des Ursache-Wirkungs-Diagramm ist nicht immer hilfreich. Diese Werkzeuge stammen aus einem linearen Lean-Kontext. Diese Werkzeuge können die im Effective Delivery heutzutage geltende Komplexität nicht abbilden.

Der Graph

Seit ich in einem Scrum-Team mit einer Graphendatenbank herausgefordert wurde, haben wir als Team diese Methode auch als Retrospektive für die Ursache-Wirkungs-Analyse "missbraucht". Knoten repräsentieren Aspekte einer Herausforderung, Kanten deren Beeinflussung. Wir haben so das Problem der mangelnden Velocity analysiert - andere Baustelle ;-).

dotag_Blog_Inhalt_Retro_Graph_Beispiel

Die Notation war minimal. Mithilfe dieser Analyse beispielsweise konnten wir das Verständnis entwickeln, dass verschiedene Ursachen einen Effekt auf die Velocity haben und nicht nur alleine die Teamgrösse. Wir haben dann Massnahmen entschieden, die auf ausgewählte Knoten zielen.

Das Causal Loop Diagramm

Im LeSS Seminar bin ich erstmalig dem Causal Loop Diagramm begegnet. Dort ist es als Veranschaulichung im LeSS-Prinzip "System Thinking" integriert. Das Causal Loop Diagramm entspricht ebenfalls plusminus einem Graph, ist aber mit quasi typisierten Kanten angereichert.

dotag_Blog_Inhalt_Causal_Loop_DiagrammIch habe in meinem Beispiel folgende Notationen verwendet:

dotag_Blog_Inhalt_Causal_Loop_Diagramm_Notation

  1. Kein kausaler Effekt: Mehr gemeinsames Verständnis führt nicht automatisch zu mehr oder weniger Bugs.
  2. Erhöhender Effekt: Je mehr Interdisziplinarität im Team, desto höher das gemeinsame Verständnis.
  3. Vermindernder Effekt: Je mehr Bugs, desto weniger Velocity.
  4. Neutraler, gleichbleibender Effekt: Mehr Team-Mitglieder führen zu mehr Bugs, aber zu keinem erhöhenden oder vermindernden Effekt.
  5. Verzögerter erhöhender Effekt: Je mehr Team-Mitglieder, desto höher die Velocity, aber verzögert.

Tipps für den Causal Loop Diagramm Alltag

Im Alltag einer Retrospektive muss die Technik zunächst kurz vorgestellt werden. Um die Teilnehmenden nicht mit unzähligen Notationen zu verwirren, kann man auch nur mit zwei, nämlich mit dem vermindernden und erhöhenden Effekt starten. Je nach Bedarf der Problematik kann man auch noch den verzögernden Effekt hinzufügen. Das Team soll sich nicht in einer Methoden-Diskussion verfangen, daher rate ich zum pragmatischen Visualisieren am Flipchart.

Alternativ buche einfach einen Retrospektive Workshop mit den dot.Moderatoren.

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